Ihr LebenSusanne Klein-Vogelbach
Susanne Vogelbach wurde am 06. Oktober 1909 in Basel geboren. Sie wuchs in einem von Musik und Medizin geprägten Elternhaus auf. Trotz großem Interesse an Medizin entschied sie sich nach dem Abitur für das Theater und absolvierte die Schauspielschule in München.
Nach kurzer Bühnentätigkeit in der Schweiz und in Deutschland entschied sie sich für eine Ausbildung zur Lehrerin für rhythmische Gymnastik am Konservatorium in Basel. Dies bildete die Grundlage für ihre spätere Arbeit als Physiotherapeutin.
Die Anfänge
Während einem sechsjährigen Aufenthalt in Japan von 1940 - 1946 leitete sie verschiedene Tanzgruppen und kümmerte sich um polio-geschädigte Kinder. So kam sie erstmals mit der Physiotherapie in Kontakt. Nach der Rückkehr nach Basel arbeitete sie in der chirurgischen Abteilung des Kantonspitals als Physiotherapeutin und fiel bald durch ihre kreativen und erfolgreichen Übungen auf.
Unterrricht & Praxis
1955 wurde ihr der Aufbau einer neu zu gründenden Schule für Physiotherapie am Universitätsspital Basel übertragen. Parallel zu dieser Tätigkeit entwickelte sie in der eigenen Praxis die Grundlagen der Funktionellen Bewegungslehre und taufte sie mit dem Kürzel FBL.
Im Unterricht tauchen viele Fragen auf. Zusammen mit Schülerinnen untersucht sie den Einfluss der
Konstitution auf das Bewegungsverhalten oder sucht Antworten auf Fragen wie, was ist normale Bewegung?
Sie experimentiert, analysiert und beginnt, ihre Beobachtungen
aufzuschreiben. Der spielerische Ansatz prägt Ihre Arbeit.
Ab 1970 erteilte sie Kurse in Funktioneller Bewegungslehre im In- und Ausland und referierte regelmäßig an nationalen und internationalen Kongressen im Bereich Physiotherapie/Medizin/Musikmedizin. Bald erschienen die ersten Artikel in Fachzeitschriften. Das große Interesse und die Nachfrage nach FBL-Lehrkräften bewegten sie dazu, Instruktoren auszubilden. In diesem Kreis entwickelte sie die FBL weiter.
1976 erschien ihr erstes Buch "Funktionelle Bewegungslehre".
1978 folgte das Buch „Therapeutische Übungen zur Funktionellen Bewegungslehre", 1981 "Ballgymnastik zur funktionellen Bewegungslehre" und 1995 "Gangschulung zur funktionellen Bewegungslehre", alle in der Reihe Rehabilitation und Prävention im Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York. Ein Videoband mit Ballübungen und eines mit Therapeutischen Übungen ergänzten die Bücher. Es folgten Übersetzungen der Bücher teilweise in Englisch, Französisch und Griechisch. Das Buch für Musiker "Musikinstrumente und Körperhaltung" wurde erst post mortem (2000) fertig gestellt und herausgegeben.
Weitere Informationen
- 1979 verlieh ihr die medizinische Fakultät der Universität Basel den Ehrendoktortitel Dr.med.h.c.
- 1990 rief sie zusammen mit ihrem Mann Georg die Stiftung "Georg und Susanne Klein-Vogelbach" ins Leben.
- 1993 gründet sie zusammen mit Irene Spirgi-Gantert das Forschungsprojekt für Musikerkrankheiten FBL Klein-Vogelbach. Sie widmet sich fortan hauptsächlich der Behandlung von Musikern und engagiert sich in musikmedizinischen Kreisen.
- Sie verstarb im 88. Lebensjahr nach einem reichen und aktiven Leben am 09.11.1996 in Basel.