
Dr. med. Andreas BurckhardtDie FBL aus der Sicht eines emeritierten orthopädischen Chirurgen
Jeder Therapeut hat die Tendenz, seine eigene Leistung als ausschlaggebend für einen Behandlungserfolg zu halten. Dies gilt für den Internisten und seine Medikamente, den Chirurgen mit seinen Eingriffen, die Physiotherapeutin mit der FBL und nicht zuletzt den Patienten, der nach einem geglückten Eingriff, einer sehr raschen Rehabilitation, einer Schmerzbefreiung durch effiziente Medikamente in aller Aufrichtigkeit behauptet und es auch glaubt, dass er das gute Resultat allein dem Kräutertrank aus dem Appenzell zu verdanken hätte.
Auch der Unterzeichnete hat seinen eigenen Beitrag zum Erfolg wohl häufig überschätzt bis er sich vor einigen Jahren nach einem Skisturz auf die rechte Schulter und einer mehrmonatigen erfolglosen Eigenbehandlung schliesslich in die Behandlung einer ihm bekannten Physiotherapeutin begab, mit welcher er schon häufig Behandlungskonzepte gemeinsamer Patienten – zT. auch recht kontrovers – erörtert hatte. Die Diagnose lautete auf eine veraltete hintere Rotatorenmanschetten-Ruptur, bei welcher die gerissenen Mm Infraspinatus und Teres minor so atrophisch waren, dass eine operative Behandlung wenig aussichtsreich war.
Primär skeptisch aber doch beeindruckt durch die minutiöse Bestandes-Aufnahme, die subtile Kraftausübung, den für den Patienten kaum merkbaren Einsatz der ganzen Bewegungskette inklusive der Rückenfunktion, und den Aufbau eines abwechslungsreichen aber nicht überfordernden Übungsprogrammes, konnte ich eine zunehmend positive Einstellung zum Therapiekonzept konstatieren. Innert weniger als zwanzig Behandlungen, waren die Schultern wieder schmerzfrei und seitengleich beweglich und sind es bis auf den heutigen Tag geblieben.
Für mich habe ich daraus die Lehre gezogen, dass bei gegebener Indikation das Therapiekonzept der FBL zu einem ausgezeichneten Resultat führen kann.
Dr. med. Andreas Burckhardt, Orthopädischer Chirurg, Lostorf